Grundsatzüberlegungen

Zuständigkeit und Verantwortlichkeit für die Firmvorbereitung

Die Pfarre (Pfarrgemeinderat) und die Eltern tragen die Verantwortung für die Vorbereitung auf den Empfang des Sakraments der Firmung. Diese Aufgabe kann z.B. an Firmverantwortliche, ein Firmteam oder einen Pfarrverband/Seelsorgeeinheit delegiert werden.

Firmtheologie

Die Firmtheologie ist der Leitfaden für das Firmmodell, für alle Angebote der Firmvorbereitung sowie für die Art und Weise des Umgangs mit den Firmlingen.

Firmung bedeutet Stärkung:

  • Worin können die Firmlinge durch die Firmvorbereitung gestärkt werden?
  • Wie wirkt und stärkt der Heilige Geist die Firmlinge?

Die Firmlinge werden ganz Teil der Gemeinschaft mit Jesus Christus und der Kirche:

  • Wie können die Firmlinge diese Gemeinschaft als stärkend erleben?
  • Wie können Firmlinge wahrhaft Verantwortung in der Gemeinschaft und in der Welt übernehmen?

 

Mehr Infos zur Firmtheologie: https://www.katholische-jugend.at/firmung/wissen/firmtheologie/

Pastoraler Dienst an den Firmlingen

Die Aufgabe der Firmvorbereitung ist die Stärkung der Firmlinge. Deshalb ist die Firmvorbereitung in erster Linie ein pastoraler Dienst an den Firmlingen. Die Kirche hat die Chance, Jugendliche wahrzunehmen und ein Stück ihres Lebensweges zu begleiten. Die jeweilige Situation der betroffenen Jugendlichen in der Seelsorgeeinheit soll dabei berücksichtigt werden.

Fragt eure Firmlinge nach ihren Bedürfnissen.

Bezieht Jugendliche in die Planung der Firmvorbereitung mit ein.

Kirchliche Jugendstudie:

Jugendstudien:

  • Sinus Milieu Studie

Ergebnisse im jeweiligen Diözesanbüro der Katholischen Jugend erhältlich

Ressourcen

Die besten Ideen helfen nichts, wenn letztendlich keine Ressourcen für die Umsetzung vorhanden sind.

  • Welche personellen Ressourcen stehen zur Verfügung?
  • Welche zeitlichen Ressourcen können Firmlinge und BegleiterInnen einbringen?
  • Welche Begabungen können Firmlinge und BegleiterInnen einbringen?
  • Welche finanziellen Ressourcen gibt es?
  • Welche Räumlichkeiten werden benötigt?

 

Feinplanung

Firmmodell

Anhand der Firmtheologie, der Bedürfnisse der Jugendlichen und der Situation der Pfarre/Seelsorgeeinheit entscheidet sich das Modell der Firmpastoral.

Mehr dazu unter:

Modelle der Firmvorbereitung

Firmalter

Um die Frage nach dem Firmalter entbrennen vielfach Diskussionen. Der Frage gehen viele Überlegungen voran:

  • Welches Mindestalter setzt die Firmtheologie voraus, um von den Jugendlichen reflektiert und umgesetzt werden zu können?
  • Welches Firmalter ist aufgrund der Entwicklungspsychologie von Jugendlichen empfehlenswert?
  • Welche Aspekte müssen regional oder individuell beachtet werden? (Stadt/Land, Schule/Lehre, Tourismus, Auslandsaufenthalte,…)

Begleitpersonen

Anforderungen an Begleitpersonen einer Firmgruppe

  • Freude an der Gemeinschaft mit Jugendlichen
  • Mut, offen über Glaube und Zweifel zu sprechen
  • Interesse am Glauben
  • Zeit
  • Erfahrung mit der Arbeit in Gruppen
  • Bereitschaft zur Zusammenarbeit mit den Firmverantwortlichen

Es ist nicht leicht, Personen zu finden die bereit sind einen Teil der Vorbereitung zu übernehmen. Bei der Begleitung der BegleiterInnen gilt:

  • Wertschätzung und Dankeschön
  • Schulung
  • Nicht auf Jahre hinaus verpflichten. Auszeiten einplanen.
  • Wenn gewünscht Neues ausprobieren lassen

Eltern

Die Eltern tragen Mitverantwortung an der Glaubensentwicklung ihrer Kinder. Im Jugendalter ist es jedoch normal, wenn sich die Kinder von den Eltern abgrenzen. Wenn möglich empfiehlt es sich deshalb, wenn andere erwachsene Bezugspersonen einen Teil der Firmvorbereitung übernehmen und als Vertrauenspersonen für die Firmlinge zur Verfügung stehen.

Eltern können vielfältig an der Firmvorbereitung mitwirken:

  • Bestärkung der Firmlinge auf ihrem Weg der Vorbereitung
  • Organisatorische Unterstützung
  • Übernahme von Aufgaben in der Liturgie
  • Begleitpersonen bei Exkursionen
  • Kulinarische Unterstützung
  • Finanzieller Beitrag

Nach der Firmung

Es ist normal, wenn jugendliche Gefirmte nicht regelmäßig in der Pfarre aufscheinen. Viele finden den Weg in die Kirche in späteren Lebensabschnitten wieder. Die Firmvorbereitung und die Firmung öffnen diesen Weg zurück.

Trotzdem soll die Pfarrgemeinde und die Kirche den Gefirmten auch nach der Firmung einen Platz anbieten:

  • Ist in Gottesdiensten, in Gruppen und Versammlungen der Pfarrgemeinde etwas zu spüren von der Frohen Botschaft mit ihrer ansteckenden Lebensfreude?
  • Wo finden Jugendliche in der Pfarrgemeinde Raum und ist er einladend genug?
  • Wissen die Jugendlichen wohin und an wen sie sich wenden können wenn sie Hilfe brauchen?
  • Gibt es ihrem Alter und Interessen entsprechende Möglichkeiten in der Pfarrgemeinde Mitverantwortung zu tragen?
  • Gibt es kirchliche Jugendgruppen (auch außerhalb der Pfarre) in denen die Gefirmten Gemeinschaft mit Gleichaltrigen finden?

Reflexion und Anpassung

Nach der Firmung ist vor der Firmung. Jede Vorbereitung sollte reflektiert werden. Vieles kann erhalten bleiben, aber alles darf sich wenn nötig wieder ändern.

Wichtig ist ein Feedback von möglichst vielen Beteiligten einzuholen: Firmlinge, Begleitpersonen, Eltern, Pfarrgemeinderat, Firmspender, etc.

Jugendschutz

 

Im Rahmen der Firmvorbereitung finden oft gemeinsame Wochenenden oder andere längere Veranstaltungen zur vertieften, inhaltlichen Auseinandersetzung statt. Dabei darf nicht vergessen werden auf die unterschiedlichen Regelungen der einzelnen Bundesländer zum Jugendschutz, Rücksicht zu nehmen. Hier findest du alle gesetzlichen Bestimmungen.

Prävention

Firmvorbereitung muss ein sicherer Ort für junge Menschen sein und das in jeder Hinsicht. FirmbegleiterInnen müssen deshalb mit Sorgfalt ausgewählt werden und das Leitungsteam sollte sich mit dem Thema (sexueller) Missbrauch beschäftigen. Einen Behelf der Erzdiözese Wien zu diesem Thema findest du hier.