Katholische Jugend Österreich zu Arbeitszeitgesetz: Keine Schnellschüsse! Kopieren

Wien, 04.07.2018. Katholische Jugend Österreich übt Kritik an Plänen der Regierung zur Änderung des Arbeitszeitgesetzes

„Es beginnt mit dem nicht vorhandenen Begutachtungsverfahren, geht über die sogenannte Freiwilligkeit bis zur schlechteren Vereinbarkeit von Beruf und Familie“, fasst Andreas Six-Huber, ehrenamtlicher Vorsitzender der Katholischen Jugend Österreich die Hauptkritikpunkte der Jugendorganisation am vorliegenden Entwurf zusammen.

Ein so wichtiges Gesetz zu ändern, ohne Beratung und breite Beteiligung aller SozialpartnerInnen und gesellschaftlicher VerantwortungsträgerInnen ist für die Katholische Jugend Österreich hoch bedenklich. „Demokratie sieht anders aus“, meint Andreas Six-Huber und ergänzt: „Eine Flexibilisierung der Arbeitszeit ist eine wünschenswerte Idee, jedoch wäre es notwendig, dass diese intensiv und eng mit den Interessensverbänden erarbeitet und auf die einzelnen Berufsgruppen angepasst wird. Es gibt Berufsgruppen, bei denen ein 12-Stunden-Tag durchaus Sinn ergibt, aber es gibt auch Gruppen bei denen ein 12-Stunden-Tag purer Wahnsinn wäre.“

Auch den im Entwurf verwendeten Begriff der Freiwilligkeit sieht die Katholische Jugend Österreich als fragwürdig. „Für einige wird dies keine große Änderung darstellen. Andere haben meist die berechtigte Angst, dass das Ausschlagen von Überstunden schnell zu Kündigung oder Benachteiligung führen kann“, so Six-Huber.

Vorsicht bei Beschränkung der kollektiven Freizeit

Auswirkungen sieht die Katholische Jugend auch für das Familienleben und ehrenamtliches Engagement: „In Österreich wird bekanntlich ein enormes Volumen an Freiwilligenarbeit geleistet. Weniger kollektive Freizeit durch die mögliche Ausweitung der Arbeitszeiten auf Sonn- und Feiertage wird es Jugendlichen erschweren, wenn nicht unmöglich machen, sich ehrenamtlich in Jugendorganisationen zu engagieren“, so der KJÖ-Vorsitzende und weiter: „Zudem wird die Vereinbarkeit von Familie und Beruf für viele noch schwerer.“

„Wir appellieren an die Regierung alle Meinungen und Expertisen anzuhören und mit einzubeziehen. Von Schnellschüssen raten wir dringend ab!“ so Andreas Six-Huber abschließend.