Fridays for Future @ Michaelbeuern

So lautete der Titel des vorösterlichen Gottesdienstes in der PNMS Michaelbeuern. Er bildete den vorläufigen Schlusspunkt der heurigen Versöhnungswoche, in der sich alles um das Thema Schöpfungsverantwortung drehte. Seit den Semesterferien liefen die Vorarbeiten dazu in den Klassen: der anfallende Müll wurde gewogen, in die verschiedenen Fraktionen getrennt und überlegt, wie man Müll vermeiden und den ökologischen Fußabdruck verringern könne. Im Religionsunterricht beschäftigten wir uns mit der Enzyklika „Laudato si“ von Papst Franziskus und den „17 Zielen für Nachhaltige Entwicklung“ der Vereinten Nationen. Beide Zugänge haben das große Ganze im Blick: Frieden, Gerechtigkeit und gute Lebensbedingungen für alle Menschen, und eine lebenswerte Welt für die kommenden Generationen zu hinterlassen.

In der Regel des Hl. Benedikt ist das Wort „Nachhaltigkeit“ noch nicht zu finden, doch wirtschaften die Mönche seit vielen Jahrhunderten nach diesem Grundsatz. Darum standen die klostereigenen Energiebetriebe den Jugendlichen beim Versöhnungstag zur Besichtigung offen: das Hackschnitzelheizwerk versorgt außer Kloster und Schule auch viele Haushalte im Ort mit Fernwärme; Biogasanlage und Photovoltaikanlage erzeugen die Energie für das Stift.
Den Weg des Müll gingen die Zweitklassler mit: von der Klasse in den hauseigenen Mülltrennraum, in den Wertstoffhof der Gemeinde und bis nach Siggerwiesen. Beim Müllsammeln im Ort waren die Firmlinge der dritten Klassen schockiert davon, wie viele Plastikflaschen u.a. achtlos in die Natur „entsorgt“ werden.
Auch der seelische Müll wurde zum Thema gemacht. In der angeleiteten Gewissenserforschung konnte jeder das eigene Leben in den Blick nehmen. Auch hier wurde sortiert: Was lässt das Leben wachsen und gelingen? Welche Verhaltensweisen schädigen es?

„Was wir lieben, das schützen wir auch“, meinte Abt Johannes in seiner Predigt beim Versöhnungsgottesdienst. Technischer Fortschritt ist schön und gut, nutzt uns aber nicht viel, wenn uns die Beziehung zur Umwelt fehlt. Wir sollten wieder mehr das Staunen üben. Es sollte doch nicht so schwer fallen angesichts der gerade erwachenden Natur auszubrechen in den Jubel des Hl. Franziskus: „Laudato si, o mio signore, laudato si, …“

Fotos: Sabine Kranzinger
Bericht: Anita Kreil PNMS Michaelbeuern