Feierzeit Reminder

Feierzeitzeit Reminder Logo

Osteroktav

Ostereier Jesus lebt!

Osteroktav

Dauer: 8 Tage

Die Osteroktav beginnt mit dem Ostersonntag und endet mit dem Weißen Sonntag.

Sie wurde erst im 4. Jahrhundert in der Kirche gefeiert. Woher sie kommt, ist noch unbekannt. Es hängt wohl mit dem ältesten bekannten Zeugnis von Asterios Sophistes und der Taufpraxis in Kappadokien zusammen. In der Osternacht fanden viele Taufen statt. Die Neugetauften badeten in der Woche nach ihrer Taufe nicht und trugen ihre Taufkleider bis zum Weißen Sonntag.

Diese Tage waren in zweifacher Hinsicht wichtig: Die Woche ist eine besondere Woche für die Neugetauften mit täglichen Gottesdiensten und Predigten und diese Tage werden als achttägige Feier der Erhöhung Christi für die ganze Gemeinde begangen. Ein Beispiel dafür ist das Zeugnis von Egeria, die darüber schrieb, dass es täglich Zusammenkünfte in der Himmelfahrtskirche mit Prozessionen zur Auferstehungskirche (Anastasis) gab.

Im Mittelalter ist die Osteroktav als Osterwoche bekannt. Da bezeichnet man den ersten Sonntag nach Ostersonntag als den Weißen Sonntag. Seit dem 17. Jahrhundert ist der Weiße Sonntag der gemeinsame Erstkommuniontag der Kinder. Diese Tradition wird auch heute oftmals weitergeführt.

Der Ostersonntag ist der Höhepunkt österlicher Freude. Am Ostersonntag feiern wir die Auferstehung Jesu Christi. Es ist das höchste Fest im Kirchenjahr. Die Karwoche, die Zeit des Trauerns endet mit der Auferstehung, dem Leben.

Den Ostermontag nutzen viele Gläubige um die Verwandten zu besuchen oder einen Spaziergang zu machen. Er wird in Anknüpfung an das Tagesevangelium (Begegnung von den zwei Jüngern mit Jesus an einem Ort namens Emmaus) als Emmaus-Gang bezeichnet.

Auch der Weiße Sonntag, der wie jeder andere Tag in der Osteroktav als Hochfest begangen wird, ist ein besonderer Tag. Nach diesem Sonntag ist die Osteroktav vorbei.

Wir kennen viele verschiedene Praktiken und Bräuche in dieser Feierzeit: Ostereier (färben, suchen, schupfen), Osterhasen, Osternest, Osterbaum oder Osterstrauß, Osterfeuer, Osterspaziergang, Osterkerze, verschiedene Brauchgebäcke (Osterlämmer, Osterhasen, Osterhennen),…

Tipps für die Feierzeit: Mach dir jeden einzelnen Tag bewusst, dass Jesus auferstanden ist und damit den Tod endgültig besiegt hat. Außerdem: Jeden Tag früh aufstehen! Schenke anderen Menschen bewusst ein Oster-Lächeln und bring‘ sie zum Lachen – diese Osterfreude ist ansteckend! Lausche bewusst den Kirchenglocken, die „aus Rom zurückgekehrt“ sind. Natürlich kannst du auch Eier bemalen oder stattdessen auch mal Sprüche auf die Eier schreiben.

Spezialtipp: Nutze den Ostermontag (oder auch einen anderen Tag in der Osterzeit) und wirf dich in bequeme Schuhe und mach einen richtig langen Spaziergang allein oder mit deiner Familie, FreundInnen. Geh in dich und überlege dir: Wohin gehst du? Wofür gehst du? Für wen gehst du? – Oder besuche einen Emmaus-Gang in einer Pfarre in deiner Umgebung.

Severin Korsin, Jugendseelsorger Erzdiözese Salzburg

 

Karwoche

Jesus am Kreuz

Jesus am Kreuz

Dauer: 7 Tage

Die Karwoche, auch Heilige Woche genannt, beginnt mit dem Palmsonntag und mündet nach dem Karsamstag ein in die Feier der Osternacht.
Ihren Namen hat die Karwoche vom althochdeutschen „kara“, das Trauer, Klage, Kummer heißt. Grund für diese Trauer ist das Gedächtnis des Leidens und Sterbens Jesu.

Am Palmsonntag feiern wir den Einzug Jesu in Jerusalem. Jesus wurde damals von den Menschen mit Palmzweigen freudig empfangen.
Mit dem Gründonnerstag beginnen die „heiligen drei Tage“, die inhaltlich zusammengehören.

Der Gründonnerstag hat nichts mit dem Spinat zu tun, den viele an diesem Tag essen. Das „Grün“ kommt vermutlich vom mittelhochdeutschen „Greinen“ oder „Grienen“, was so viel wie „wehklagen“ bedeutet.
In der Abendmesse am Gründonnerstag erinnern wir uns an das Letzte Mahl Jesu mit seinen Jüngern. Er hat dabei das Brot und den Wein als seinen Leib und sein Blut gedeutet und seinen Jüngern aufgetragen, dass sie das zu seinem Gedächtnis immer wieder tun. Damit hat er die Feier der Eucharistie gemeint, aber auch den Dienst aneinander, wie Jesus es in der Fußwaschung vorgezeigt und seinen Jüngern aufgetragen hat: „Ich habe euch ein Beispiel gegeben, damit auch ihr so handelt, wie ich an euch gehandelt habe.“ (Joh 13,15) In vielen Pfarrgemeinden wird deshalb die Fußwaschung wiederholt. Der Gottesdienst am Gründonnerstag endet mit einer Olbergandacht. Jesus ist nach dem Letzten Abendmahl auf den Ölberg gegangen, um dort zu beten. Seinen Jüngern hat er aufgetragen, mit ihm zu wachen und zu beten. Diese Aufforderung richtet sich auch an uns.

Am Karfreitag erinnern wir uns an das Sterben Jesu am Kreuz. Der Karfreitag ist ein strenger Fasttag. Zur Todesstunde Jesu um 15 Uhr versammeln sich die Gläubigen zu einem Gottesdienst, der sich von allen anderen Feiern während des Jahres unterscheidet. Im Mittelpunkt stehen die Kreuzverehrung sowie das Fürbittgebet für die Kirche und die ganze Welt.

Der Karsamstag ist der stillste Tag im Kirchenjahr. Jesus ist gestorben und liegt im Grab. An diesem Tag denken wir daran, dass Jesus in das Reich des Todes hinabgestiegen ist. In Stille erwarten wir an diesem Tag die Auferstehung, die wir dann am Ostersonntag feiern.

Als Zeichen der Trauer verstummen vom Gründonnerstag bis zur Osternacht alle Glocken. Im Volksmund sagt man, dass die Glocken nach Rom fliegen. An Stelle der Glocken laden in diesen Tagen in vielen Gebieten Ratschen oder Hammerl die Gläubigen zum Gebet und zum Gottesdienst ein.

Tipps für die Feierzeit: Wenn du die Dynamik der Karwoche so richtig verstehen und mitvollziehen willst, ist es sehr hilfreich, wenn du dir mal die Zeit nimmst und an allen liturgischen Feiern der „Heiligen drei Tage“ teilnimmst. Ein Highlight ist sicher nach den Tagen der Trauer in der Osternacht das feierlich gesungene Gloria, bei dem auch die Glocken läuten.

Michael Münzner, Jugendseelsorger Diözese Linz
Foto: Michael Münzner

Fastenzeit

Fastenzeit Feierzeitreminder

Feierzeitreminder Bild zur Fastenzeit

Dauer: 46 Tage (abzüglich 6 Sonntage: 40 Tage!)

Die Fastenzeit beginnt mit dem Aschermittwoch und endet am Karsamstag (Samstag vor dem Ostersonntag)

Große Feiertage (hier: Ostern) haben immer eine Vorbereitungszeit (hier: Fastenzeit).
Schon in den ersten Jahrhunderten hat sich die Idee einer 40-tägigen Fastenzeit herausgebildet. Weil die Sonntage nicht mitgezählt werden, sind es rechnerisch 46 Tage.
In den Fastenhirtenbriefen (das sind Schreiben der Bischöfe an die Gläubigen ihrer Diözese zum Beginn der Fastenzeit) gab/gibt es Hinweise, wie jeder diese Vorbereitungszeit vor Ostern gestalten kann oder soll. Vorschriften zu den Fastengeboten (Verzicht auf bestimmte Speisen), spirituellen Angeboten (Beichte, besondere Gottesdienste und Gebetszeiten) und diözesane Initiativen (meist Spendenaufrufe und Pfarrmissionen) findet man auch in diesen Hirtenbriefen.

Die Fastenzeit ist auch die Zeit für die unmittelbare Vorbereitung zur Taufe Erwachsener! Wenn in deiner Pfarre/Stadt eine Erwachsenentaufe geplant ist, nimm auch an den speziellen Gottesdiensten zur Vorbereitung teil und begleite die Taufwerber auch im Gebet. Die Taufe selbst wird dann in der Osternacht gespendet.

Meist ist die Fastenzeit davon geprägt, dass man auf „Überflüssiges“ verzichtet, z.B. übermäßig Essen (besonders Fleisch und Süßigkeiten), Trinken (Alkohol), Ablenkung (Computer, Handy, Fernsehen,…)

Tipp für die Feierzeit: Versuche mal die Fastenzeit heuer nach den Vorschlägen in Jes 58, 6-7 zu gestalten!

Spezialtipp: Nimm an der Aktion „Autofasten“ teil (www.autofasten.at)! Damit kannst du nicht nur deinen persönlichen Lebensstil ändern (zumindest einmal probeweise für 40 Tage), sondern auch etwas für die Umwelt tun!

Gerhard Simonitti, Bundesjugendseelsorger

Melde dich hier zum Feierzeit Reminder Whats-App Service an!