Umweltkreuzweg

Der Blick auf Jesu Leben, Leiden und Sterben ist ein Fragen, ein Hinschauen, ein Erkennen und in Folge eine Aufforderung zum Handeln. Der Kreuzweg zum Thema Umwelt möchte die Teilnehmenden dazu animieren.

1. Station – Unschuld oder Verantwortung

Pilatus sagte zu der Menschenmenge: Was soll ich denn mit Jesus tun, den man den Christus nennt? Da antworteten sie alle: Ans Kreuz mit ihm! Er erwiderte: Was für ein Verbrechen hat er denn begangen? Sie aber schrien noch lauter: Ans Kreuz mit ihm! Als Pilatus sah, dass er nichts erreichte ließ er Wasser bringen, wusch sich vor allen Leuten die Hände und sagte:
Ich bin unschuldig. Das ist eure Sache!
Matthäus 27,22-24

Eine andere Bedeutung hat Wasser bei der Taufe: Mit dreimaligem Übergießen, mit geweihtem Wasser wurdest du bei der Taufe in die Gemeinschaft der Kirche aufgenommen. Bei der Firmung hast du das Taufversprechen erneuert und um Stärkung durch den Heiligen Geist gebeten.

Wäschst du deine Hände in Unschuld oder übernimmst du als Christ, als Christin Verantwortung für deine Umwelt? Ohne Wasser gibt es kein Leben!
Verschmutze Strände, riesige Müllinseln in den Weltmeeren, verendete Tiere in verseuchten Gewässern …
Schiebe Unangenehmes nicht vor dir her oder wälze es auf andere ab, sondern setze dich damit auseinander und suche nach Lösungen.
 
Auftrag: Tauche in das Wasser ein und zeichne dir ein Kreuz auf Stirn, Mund, und Brust.
Mit deinen Gedanken, mit deinen Worten und mit deinem Herzen bist du beauftragt für die Schöpfung Gottes Verantwortung zu übernehmen.
 
Material: Schale Wasser
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2. Station – Würde und Freiheit

Jesus wird erdrückt von dem übermächtigen Kreuz – Jesus fällt mehrfach zu Boden. Wer im Leben immer wieder fällt, ist irgendwann ganz unten.

Gigantische Mengen an Rohstoffen wurden der Erde bereits entzogen und der Menschheit zu Nutze gemacht. Damit verbunden ist die Vernichtung von wertvollem Boden und eine nicht mehr fassbare Belastung der Umwelt.
Zu oft sind wir nur auf unsere eigenen Vorteile bedacht, stoßen damit andere in den Dreck. Wir sind in unserem Denken oberflächlich, in unseren Worten geringschätzend und in unserem Herzen gleichgültig.
 
Auftrag: Fühle mit deinen Händen diese fruchtbare Erde. Erde darf nicht zum Dreck verkommen. Sie ist Grundlage für aller Menschen und Tiere, Nahrung.
 
Material: Blumentopf mit Erde
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3. Station – Hinsehen und Helfen

Simon von Zyrene wird dazu gezwungen, das Kreuz Jesu mitzutragen. Veronikas Mittel zu helfen sind bescheiden, doch sie handelt aus Liebe.

Auch unsere Möglichkeiten an einer sauberen Umwelt mitzuarbeiten sind begrenzt. In unserer Verantwortung als Christen und Christinnen dürfen wir aber vor der Not der Menschen, nicht die Augen verschließen. Wir sind aufgefordert an einer gerechten Welt mitzuarbeiten. Dort wo Wälder, letztendlich für unseren Konsum gerodet werden, versiegen Flüsse und die Grundvoraussetzung für Brot für alle Menschen wird vernichtet.

Mit Aktionen der Katholischen Jugend, Jungschar, young-Caritas und der Katholischen Aktion werden Projekte für eine gerechte Welt ermöglicht.
Setze dich ein! Sei mutig und engagiere dich für eine bessere Welt.
 
Auftrag: Nimm dir ein Stück Brot und genieße es so, als ob du schon seit Tagen nichts Besseres essen durftest.
 
Material: Brot in kleinen Stücken
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4. Station – vertrauen und loslassen

Maria, die Mutter Jesu muss erkennen, dass ihr Sohn Strukturen aufbricht und Wege geht, die ihr Begreifen übersteigen. Das Mitleid der weinenden Frauen lehnt Jesus ab.

Ist es nicht erschreckend zu sehen mit wie vielen unnötigen Dingen und Gewohnheiten wir unser Leben und unsere Umwelt zumüllen?
Billigware wird immer auf Kosten von Menschen produziert und landet ganz schnell wieder auf dem Müll. Überlege dir gut, was du kaufst. Nutze öffentliche Verkehrsmittel oder fahre mit dem Fahrrad so oft es dir möglich ist.
Wir müssen endlich erkennen, dass wir uns mitschuldig machen – an der Verschmutzung der Umwelt und in Folge am Leid unzähliger Menschen.
 
Auftrag: Lege ein Weihrauchkorn auf die Kohle und bitte Gott um Stärke und Vertrauen, damit du Festgefahrenes aufbrichst und ungewohnte Schritte für einen neuen Weg und eine heile Welt wagst.
 
Material: Kohle und Weihrauch
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5. Station – Beraubt

Jesus wird seiner Kleider beraubt.
Nackt
Schutzlos
Entwürdigt

Es ist ohne Zweifel – der Fleiß und die Zuversicht unserer Eltern, Großeltern und Urgroßeltern haben uns Wohlstand gebracht. Der rasante Wirtschaftsaufschwung wirkt sich jedoch auf die schützende Atmosphäre, im Besonderen auf die Ozonschicht unseres Planeten Erde aus. Das Klima wandelt sich. Naturkatastrophen treten vermehrt und intensiver auf. Taifune bringen gewaltige Zerstörung. Nach Dürre folgen Überflutungen, vernichten die Ernte und bringen Hunger. Der Anstieg des Wasserspiegels verschlingt riesige Landflächen. Menschen wird durch unseren, oft unbedachten oder egoistischen Konsum ihrer Lebensgrundlage beraubt.
 
Auftrag: Ziehe dich in Stille zurück und überleg dir, wie du dein Leben ressourcenschonender gestalten kannst. Notiere für dich drei Schritte um den Klimawandel entgegen zu wirken. Setze dir im Kalender deines Handys eine Frist zur Umsetzung.
 
Material: das eigene Handy
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6. Station – Tod und Zerstörung

Jesus war ein Querdenker.
Jesus war unbequem und hat mit seinem Handeln provoziert.
Jesus hat die Probleme der Menschen wahrgenommen.
Jesus hatte Träume und Visionen von einer besseren Welt.
Jesus wurde getötet.

„Stecke deine Nase nicht in Angelegenheiten, die dich nichts angehen.“
Schon gehört?
Die Schöpfung Gottes geht dich etwas an!
Die Zukunft unseres Planeten Erde – also deine Zukunft – liegt in deinen Händen.
Menschen hungern und verhungern.
Tiere verenden.
Riesige Waldflächen werden abgeholzt oder fallen Waldbränden zum Opfer.
Ganze Landstriche versinken im Wasser.
Die Luft bringt den Atem zum Stocken und macht krank.
Ausgeliefert
Machtlos
Zerstörung
Was bleibt, ist die Erinnerung.
 
Auftrag: Nimm den Duft der Schönheit dieser Welt wahr. Erinnere dich an das Leben und die Botschaft von Jesus Christus und sei auch du ein Querdenker.
 
Material: Duftöl
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7.Station – Aufbruch und Mut

Bei Sonnenaufgang gingen die Frauen zum Grab und sahen, dass der Stein weggewälzt war. Die Sonne als symbolisches Bild für die Auferstehung und der schwere Stein, der uns blockiert und hemmt.

Auferstehung meint, dass jeder Mensch aufrecht stehen kann.
Aufrecht stehen in all seiner Würde, um ein Leben zu leben, wie Gott es für ihn gedacht hat.
Steh auf und stehe zu deinen Überzeugungen.
Eine Raupe verpuppt sich und verwandelt sich zu einem Schmetterling.
Die Natur bietet in ihrer Vielfalt unermessliche Schönheit.
Geh deinen Weg, erlaube dir glücklich zu sein, bunt zu träumen, grenzenlos zu träumen und stehe zu deiner Verantwortung für Gottes wunderbarer Schöpfung.

Fürbittgebet:

Bitten am Ostermontag von Elisabeth Werner:

Lass mich auferstehen aus meinen Ängsten,
damit ich frei leben kann.
Lass mich auferstehen aus meiner Schuld,
damit ich Vergebung erfahre.
Lass mich auferstehen aus meinen Grenzen,
damit ich nicht an mich gebunden bin.
Lass mich auferstehen aus meiner Blindheit,
damit ich die Not der Menschen sehe.
Lass mich auferstehen aus meiner Ruhelosigkeit,
damit ich Frieden finde.
Lass mich auferstehen aus Kälte,
damit ich Wärme und Güte verschenken kann.
Lass mich auferstehen aus meiner Enge,
damit ich selbstlos lieben kann.
Lass mich auferstehen aus dem Dunkel,
damit Licht mein Leben durchstrahlt.
Lass mich auferstehen aus Starrheit,
damit ich weit und offen werde für andere.
Lass mich auferstehen aus meiner Schwerfälligkeit,
damit ich staunen und danken kann.

Bitten am Ostermorgen
sprengen Mauern
durchbrechen Grenzen.
Auferstehen, aufbrechen, täglich …

Herausgeber und Copyrigth: Provinzialat der Salesianer Don Boscos Österreich, St. –Veit-Gasse 25, 1130 Wien ISBN: 978-3-7698-2165-9

 
Auftrag: Falte einen Schmetterling und mache dir dabei bewusst, dass es auf jeden deiner Schritte ankommt, wie die Welt in 5, 10, 50 und 100 Jahren aussieht.
 
Material: Papier und Vorlage zum Falten eines Schmetterlings
Fotolink
Faltanleitung Schmetterling