Grenzerfahrungen – Reisebericht Korea

22 Jugendliche und junge Erwachsene besuchten die Erzdiözese Daegu in Südkorea

Auf Einladung des katholischen Erzbischofs von Daegu besuchten 22 Jugendliche und junge Erwachsene Südkorea und trafen dort junge Katholikinnen und Katholiken und erlebten die Kultur vor Ort.

Der Besuch war Teil der Diözesanpartnerschaft zwischen Salzburg und Daegu, die dieses Jahr ihr 50. Jubiläum feiert. Teil dieser Partnerschaft ist, dass sich alle zwei Jahre Jugendliche und junge Erwachsene aus Salzburg und Korea treffen und austauschen. Insgesamt 14 Tage lang reiste im Juli eine Salzburger Gruppe unter der Leitung von Johannes Shin (DKWE) und Bengt Beier (Katholische Jugend) in die südkoreanischen Städte Daegu, Busan und Seoul.

In Daegu wurde die Reisegruppe nach der eintägigen Anreise von Jugendlichen am Bahnhof jubelnd begrüßt. Die ersten Tage verbrachten alle SalzburgerInnen in Gastfamilien in Daegu, die für ihre Gäste ganz unterschiedliche Programme vorbereitet hatten und ihnen das Leben in Südkorea zeigten. Auch wenn der eine oder die andere nicht vom Kulturschock verschont blieb, waren alle begeistert, wie herzlich die Gruppe aufgenommen wurde: „Sehr beeindruckt hat mich die Gastfreundschaft und Großzügigkeit der Koreaner“, so Teilnehmerin Sofia Raß..

Samstags feierten die Koreanischen und Salzburger Jugendlichen eine Messe mit dem Erzbischof von Daegu Thaddeus Cho Hwan-Kil und Weihbischof John Bosco Chang Shin-Ho, die beide die Salzburger Gruppe herzlich begrüßten und auch an den folgenden Tagen noch mehrmals trafen.

Die Jugendgruppe aus Daegu bereitete mit viel Engagement ein vielfältiges Programm für die Gäste vor, darunter ein Besuch in einem buddhistischen Tempel, ein entspannender Tag im Water Park und ein Gespräch mit der Tirolerin Emma Freisinger, die in Daegu ein Leprakrankenhaus aufgebaut und damit den Grundstein für die Diözesanpartnerschaft gelegt hatte.

Danach fiel es der Gruppe schwer, die neugewonnen Freunde zu verlassen und weiter zu reisen nach Busan am Japanischen Meer und in die Hauptstadt Seoul. Gesellschaftspolitisch setzten sich die TeilnehmerInnen mit dem Koreakrieg und der koreanischen Teilung auseinander. Sie besuchten die innerkoreanische Grenze, die die Halbinsel seit 70 Jahren durchschneidet. Danach folgte einer der inhaltlichen Höhepunkte der Reise: ein gemeinsamer Sonntagsgottesdienst mit katholischen nordkoreanischen Flüchtlingen. „Unser Besuch im Flüchtlingslager war ganz und gar außergewöhnlich. Ausländische Gruppen dürfen diese Flüchtlingslager so gut wie nie besuchen und auch wir haben erst einen Tag vorher die geheime Adresse des Lagers erfahren dürfen. Für einige der nordkoreanischen Flüchtlinge war es der erste Gottesdienst, den sie frei und ohne Lebensgefahr feiern konnten“, so Reiseleiter Bengt Beier von der KJ.

Im immer noch kommunistischen Norden Koreas ist das Christentum streng verboten, schon der Besitz einer Bibel wird dort mit lebenslänglichem Arbeitslager oder Todesstrafe bestraft.  Umso spannender war die Gesprächsrunde mit nordkoreanischen Flüchtlingen nach dem Gottesdienst, in der die ReiseteilnehmerInnen offen Fragen stellen konnten über die Lebensbedingungen in Nordkorea.

„Korea und die Begegnung mit Kultur, Land und Leuten, haben uns sehr erstaunt. Wir hoffen darauf, in zwei Jahren wieder Gastgeber für unsere koreanischen Freunde sein zu dürfen“, fasst Teilnehmerin Clara Kremshuber die Reise zusammen.

Bericht: Bengt Beier, KJ