Vorwort

 

Vor dem Hintergrund der Veränderungen in Kirche und Gesellschaft sind es insbesondere die raschen Veränderungen in den Lebenswelten der Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die sich auf Konzeption und Praxis der Katholischen Jugend und Jungschar Burgenland auswirken.

Das vorliegende Pastoralkonzept der Katholischen Jugend und Jungschar Burgenland dient dazu, den Blick auf die Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen selbst in all ihrer Dynamik und Kreativität zu richten und davon ausgehend Perspektiven für ein kinder- und jugendgemäßes Handeln aus dem Glauben zu eröffnen.

Unser Ziel war es ein lebendiges Konzept zu erarbeiten, dass nach Bedarf erweitert und überprüft werden kann und soll. Damit entsteht die Möglichkeit, auf Veränderungen und Notwendigkeiten schnell und bestmöglich zu reagieren. Daher ist dieses Pastoralkonzept nicht als etwas „Statisches“ anzusehen, sondern als Grundlage unserer Arbeit, die für neue und weiterführende Ideen offen ist.

Den an dieser Arbeit Beteiligten möchten wir unseren Dank für ihr Engagement, ihre Ideen und ihre fachlichte Unterstützung aussprechen.

Mit der Unterzeichnung des vorliegenden Pastoralkonzeptes möchten wir einen zukunftsgerichteten Schritt wagen. Als diözesanweit verbindlicher Rahmen für diese Überprüfung und Weiterentwicklung in den nächsten Jahren wird das nachfolgende Pastoralkonzept mit heutigem Datum in Kraft gesetzt.

Diözese Eisenstadt, am 1. Oktober 2013

Unterschriften Konzept

 

 

 

 

 

Leitbild

 

Kinder- bzw. Jugendpastoral verstehen wir als einen Heilsdienst der Katholischen Kirche an, mit und durch Mädchen und Burschen. Durch das Engagement der KJ/KJS Burgenland wendet sich die Kirche den jungen Menschen, verkündet die Frohe Botschaft vom Reich Gottes udn hilft ihnen auf vielfältige Art und Weise bei der Bewältigung von Herausforderungen des Lebens.

Zugleich öffnet sie den Mädchen und Burschen soziale Räume, wo sie ihre religiösen Talente entfalten, sich mit der christlichen Überlieferung und den Traditionen unserer Kirche auseinandersetzen und zu Gestaltern und Gestalterinnen von Kirche und Gesellschaft reifen können.

 

Download Pastoralkonzept
Präambel

 

Die Katholische Jugend und Jungschar der Diözese Eisenstadt (KJ/KJS Burgenland) ist als Kinder- und Jugendorganisation der Katholischen Kirche Burgenland Trägerin der außerschulischen kirchlichen Kinder- und Jugendpastoral.

Im Auftrag der Diözesanleitung setzt sie unterschiedliche Ziele der außerschulischen Kinder- und Jugendpastoral innerhalb der Organisationsstruktur der Katholischen Kirche der Diözese Eisenstadt um.

Dafür bildet die KJ/KJS Burgenland eine kirchliche Laienbewegung nach den Prinzipien der Katholischen Aktion auf Pfarr-, Dekanats- , Diözesan- und Bundesebene, derern Arbeit durch eigens dafür angestellte kirchliche Fachkräfte auf Regional- und Diözesanebene qualifiziert unterstützt wird.

Mit ihren unterschiedlichen Angeboten richtet sich die KJ/KJS Burgenland an alle katholisch getauften Mädchen und Buben im Kindes- und Jugendalter (6 bis 29 Jahre), soweit sie im Wirkungsbereich der Diözese Eisenstadt beheimatet sind oder sich aus anderen Gründen hier aufhalten. Selbstverständlich sind alle Angebote und Aktivitäten der KJ/KJS Burgenland offen für interessierte Kidner und Jugendliche, die anderen Konfessionen oder Religionen angehören bzw. ohne religiöses Bekennstnis sind.

 

Pastorale Grundsätze unserer Arbeit

Beziehung und Communio

Seelsorge vertehen wir in erster Linie als ein personales Angebot. Kinder und Jugenpastoral gelingt dann, wenn Frauen und Männer auf die Heranwachsenden zugehen, deren Lebenserfahrungen und Bedarfslagen ernst nehmen und ihnen belastbare Beziehungsangebote machen können. Dies gelingt besonders durch die Förderung von Gruppen und Gemeinschaften aller Art, wo Mädchen und Burschen mit Gleichaltrigen und Gleichinteressierten zusammentreffen und untereinander tragfähige Beziehungen aufbauen können.

Erlebnis und Erfahrung

Kinder- und Jugendpastoral stützt sich wesentlich auf erlebnis- und reflexionsorientierte Aktions-, und Begegnungs- und Lernangebote für Mädchen und Burschen. Dabei wollen wir es in unserer Arbeit nicht bei der „action“ belassen, sodnern die Heranwachsenden dazu ermutigen und anleiten, über ihre Erlebnisse, ihr Verhalten und Tun nachzudenken, um daraus Erkenntnisse für die Weiterentwicklung ihrer Persönlichkeit zu gewinnen.

Subjektwerdung und Persönlichkeitsbildung

Die seelsorgerliche Begleitung von Heranwachsenden dient in erster Linie der Persönlichkeitsbildung und Subjektwerdung der Mädchen und Burschen. Kinder wie Jugendliche wollen wir für die Bewältigung ihrer Lebensaufgaben stärken, fördern und herausfordern. Kinder- und Jugendpastoral öffnet damit auch schutz- und Experimentierräume, die Mädchen und Burschen Gelgenheit bieten, „groß und stark“ zu werden, Kritik- und Konfliktfähigkeit zu entwickeln  und Resilienz  zu unterstützen.

Bildung und Beratung

Außerschulische kirchliche Kinder- und Jugenarbeit versteht sich als soziales Feld informeller und non-formaler Bildung und Beratung. Die Mädchen und Burschen sind dabei selbst die Hauptakteur/innen, indem sie untereinander ihr Weltwissen teilen. Je vertrauensvoller und verlässlicher sich die Gruppen, Projekte und Gemeinschaften entwickeln, umso intensiver und hilfreicher können solche Auseinandersetzungsprozesse entfalten.

Diakonie und Lebenshilfe

Außerschulische Kinder- und Jugendarbeit leistet stets auch soziale Begleitung und Betreuung von Mädchen und Burschen. Insofern erfüllt sie ienen diakonischen Auftag der Kirche, der an die Mitarbeiter/innen und Mitarbeiter dne Anspruch stellt, sozialarbeiterische Aufgaben im Rahmen ihrer Möglichkeiten zu leisten. Die Aufmerksamkeit für und die Wahrnehmung von besonderen sozialen Lagen von Kindern und Jugendlichen sind selbstverständlicher Bestandteil von Kinder- und Jugendpastoral.

Evangelisierung und Mystagogie

Kinder- und Jugendpastoral zielt auch darauf ab, die Mädchen und Burschen mit den Erzählungen und Traditionen unseres christlich-katholischen Glaubens vertraut zu machen. Dies geschieht einerseits über die Auseiandersetzung mit den biblischen Texten, und andererseits über das Mitfeiern und Gestalten von Gottesdiensten und kirchlichen Festen im Jahreskreis. Den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in der kirchlichen Kinder- und Jugendarbeit kommt dabei die besondere Rolle der mystagogischen Begleitung zu.

 

Prinzipien für die praktische Umsetzung

Freiwilligkeit

Die Mädchen und Burschen agieren selbstbestimmt und nehmen die kinder- und jugenpastoralen Angebote aus freier Entscheidung wahr. Das bedeutet auch, dass wir es respektieren (müssen), wenn sie sich dagegen entscheiden oder aus unterschiedlichen Gründen ihr Mittung wieder aufgeben.

Vertraulichkeit

Kinder- und Jugendpastoral unterliegt wie andere seelsorgliche Aktivitäten der Vertraulichkeit. Mitarbeiter/innen der Kinder- und Jugendpastoral verstehen sich grundsätzlich als „parteilich“ auf Seiten der Mädchen und Burschen und als deren solidarische Vertrauenspersonen im Konflikt- und Krisenfall.

Partizipation

Kinder- und jugendpastorale Aktivitäten eröffnen den Mädchen und Burschen weitgehende Formen der Beteiligung, der Mitgestaltung und der demokratischen Mitbestimmung auf allen Ebenen.

Diversität

Kinder und Jugendliche sind heute keine homogene gesellschaftlichen Gruppen mehr. Deshalb müssen bie der Konzeption von Veranstaltungen, Projekten und anderne Aktionsangobten unterschiedliche Bedarfslagen der Mädchen und Burschen nach Alter, Geschlecht, Lebenswelt, Zugehörigkeit zu sozialen Milieus, etc. so weit das geht berücksichtigt werden.

Subsidiarität

Langfristige Fachunterstützung und Serviceleistungen für Basis- (Pfarre) oder Regionalinitiativen durch Fachkräfte der KJ/KJS Burgenland erfolgen nur dort, wo sie konkret angefordert werden oder aus eigenen Kraft nicht geleistet werden können und bedürfen einer eigenen Vereinbarung.

Nachhaltigkeit

Bei der Planung und Durchführung von Veranstaltungen, Projekten und Gruppen bemühen wir uns um Nachhaltigkeit hinsichtlich der Bildung, der organisatorischen Weiterentwicklung und des Umweltbewusstseins.

 

Leitziele

 

Die Initiativen, Einrichtungen, Veranstaltungen und Programme der KJ/KJS Burgenland zielen allesamt darauf ab,

  • Kindern und Jugendlichen Erlebnis- und Begegnungsräume in und mit der Kirche zu eröffnen.
  • Kinder und Jugendliche bie der Bewältigung von Alltagsherausforderungen zu unterstützen.
  • Kindern udn Jugendlichen Gehör in Gesellschaft und Kirche zu verschaffen und sie beid er Durchsetzung ihrer Interessen zu bestärken.
  • Kinder und Jugendliche Auf Ungerechtigkeiten und Benachteiligungen in unserer Welt aufmerksam zu machen und ihnen entsprechende Auseinandersetzungs- und Handlungsmöglichkeiten anzubieten.
  • Kinder und Jugendliche darin zu ermutigen, ihr Leben religiös zu befragen, zu deuten und zu gestalten.