Grundlagentext: Beteiligung ist unser Maßstab!

Pfarrgemeinderatswahl Sujet
Warum beteiligen sich ChristInnen an der Gestaltung der Gesellschaft, im kirchlichen Zusammenleben, im PGR? Welche Motivation kann dahinter stecken? Es geht um Gestaltung eines erfüllten Miteinanders, um die Ermöglichung eines Lebens in Fülle für alle, so wie Jesus das im Johannesevangelium (Joh 10,10) anspricht. Es geht um eine Vorahnung des Reich Gottes, dieses Leben in Fülle schon im hier und jetzt möglich zu machen. Diese Vorahnung beginnt dort sichtbar zu werden, wo Menschen beginnen Begegnungsräume für sich und andere zu schaffen. Räume in denen sie ihre Hoffnungen und Ängste ansprechen und auch zeigen dürfen, Räume in denen sie mit ihrer Freude und Trauer nicht alleine sind.
Dafür ist es notwendig die Bedürfnisse der anderen zu erkennen und zu respektieren. Ihnen zu ermöglichen mit ihren Fähigkeiten teilhaben zu können. So wie Jesus den Bettler fragt „was willst du das ich dir tue?“, so sollen auch wir Menschen fragen, was für sie für ein selbstbestimmtes und zufriedenes Leben wichtig ist.

 

Wie soll also Beteiligung in der Pfarre passieren?
Menschen haben verschieden Begabungen und Charismen. Das spricht auch Paulus im 1. Korintherbrief an (vgl. 1 Kor 12,12). Wir alle bauen an dem einen Reich Gottes mit, an der einen Einheit, jede/r jedoch mit ihren/seinen ganz bestimmten Fähigkeiten und Charismen. An diesem Bild kann oder soll sich auch Kirche oder Pfarre orientieren, wenn es um Beteiligung geht. Die einen sehen ihre Fähigkeit im Kirchenchor, andere als LektorInnen oder KommunionspenderInnen, ein paar im PGR für längere Zeit das Pfarrleben mitzubestimmen und wieder anderen macht es Freude einmal im Jahr bei einem Pfarrfest mitzuhelfen. Hier gilt es vorsichtig zu sein, nicht voreilig nach der Art und Länge der Beteiligung zu urteilen, denn auch der- oder diejenige, welche/r einmal im Jahr beim Pfarrfest dabei ist, baut an den Begegnungsräumen, der Vorahnung des Reich Gottes auf Erden mit. Die Beteiligung ist der Maßstab und nicht das wie oft und wie lange. Und sieht jemand Sinn für andere und sich darin, dann wird die Regelmäßigkeit der Beteiligung von selbst kommen.

 

Was ist nun das richtige Maß der Beteiligung?
Das kommt wahrscheinlich auch ganz darauf an, in welcher Lebensphase man sich befindet bzw. welche anderen Einflüsse mein Leben gerade bestimmen. Wenn mein Engagement meine ganze Freizeit ausfüllt und Familie oder Freunde zu kurz kommen, oder wenn mein Engagement keinen Platz für andere Personen lässt, weil ich glaube alles alleine machen zu müssen, dann sollte ich mir überlegen etwas kürzer zu treten. Wenn man Zeit hätte und aus purer Bequemlichkeit sich nicht beteiligt oder man nur an seiner eigenen Selbstverwirklichung interessiert ist, dann sollte man nachdenken, ob das Leben vielleicht an Fülle gewinnt, wenn ich mich wo beteilige und Teil eines größeren Ganzen bin. Dann gibt es Phasen, wo man das Gefühl hat, dass meine Form des Engagements nicht gewünscht ist oder keinen Sinn hat, weil sich sowieso nichts verändert. Dann ist es oft besser sich den Staub abzuwischen und weiterzuziehen, so wie Jesus das im Markusevangelium seinen Jüngern rät, wenn sie und ihre Botschaft nicht erwünscht sind (vgl. Mk 5,11).
Und, mal ehrlich: in welcher Phase bist du gerade?

 

Gruppenstunde zu „Beteiligung ist unser Maßstab“

Manches ist gut, manches schlecht und manches ist einfach fantastisch. Geschmäcker und Ansichten sind verschieden, jeder hat einen anderen Maßstab, Dinge zu bewerten. Doch eines ist klar: wenn ich etwas nicht gut finde, liegt es an mir, es besser zu machen – Dinge zu verändern. Das gelingt nur, wenn ich mich aktiv einbringe, mitrede, mitdenke und Mut habe aufzumischen. Der folgende Vorschlag für eine Gruppenstunde solle Jugendliche für dieses Thema sensibilisieren: alles in unserem Leben bewerten wir nach einem bestimmten Maßstab, und so finden wir manches gut und manches eben nicht. Durch Mitbestimmung können wir einen Teil unserer Lebensrealität verändern und für uns oder andere besser machen. Beteiligung ist unser Maßstab!

Download – Gruppenstunde: Beteiligung ist unser Maßstab