Adventkalender 2018

Adventkalender

1.Adventsonntag (02.12.): Der KJÖ Adventkalender

Weihnachten – das verknüpfen wir meistens mit einer bestimmten „Weihnachtsstimmung“. Es muss schön, feierlich und gemütlich sein. Dabei ist das gar nicht so selbstverständlich, wenn wir an den Stall in Betlehem denken: dort bringt eine Schwangere in größter Armut ihr Kind zur Welt. Das ist alles andere als schön und behaglich. Aber eine große Freude!

Deshalb will unser Adventkalender nicht zwanghaft weihnachtliche Gefühle herbeiführen,  sondern wir machen uns auf die Suche. Es ist eine Suche nach Weihnachten. Und so nähern wir uns durch den Advent dem Kind in der Krippe an. Lass dich überraschen!

 

2. Adventsonntag (09.12.): Wie wird Weihnachten in anderen Kulturen gefeiert?

Jedes Jahr warten und hoffen Millionen Menschen in Österreich darauf: weiße Weihnachten. Am besten mit einer dicken Schneedecke und ein bisschen Schneefall. Aber warum eigentlich? In vielen Ländern der Welt – ob am Äquator oder auf der Südhalbkugel – liegt bei sommerlichen Temperaturen an Weihnachten sicher kein Schnee. Auch nicht in Betlehem in Palästina, dem Geburtsort Jesu. Der Ursprung von Weihnachten hat also nichts mit Schnee zu tun.

Früher waren in unseren Breiten weiße Weihnachten sehr häufig und alles andere als romantisch und schön. Die Kälte war eine Gefahr für Mensch und Tier. Erst seit dem 19. Jahrhundert werden weiße Weihnachten positiv gesehen. Dieses Ideal findet sich auch heute in Weihnachtsliedern wie „Leise rieselt der Schnee“ oder „White Christmas“. Bei Winterspaziergängen durch die verschneite Landschaft mit leise fallendem Schnee können wir manchmal eine tiefe Ruhe spüren. Vielleicht ist es diese Sehnsucht nach Ruhe und Frieden, die uns immer wieder auf „weiße Weihnachten“ hoffen lässt.

Vielleicht hilft uns der Blick in eine ganz andere Kultur, um unseren Horizont zu erweitern, uns aus unseren Vorstellungen und Erwartungen auch ein Stück weit zu befreien – und zu verstehen, worum es bei Weihnachten geht.

Wie wird Weihnachten zum Beispiel in Nigeria gefeiert? Bonaventure Ughonu SDB erzählt: an Weihnachten fahren alle nach Hause zu ihren Familien – deshalb sind die Städte menschenleer. Die gemeinsame Feier und die Besuche bei Verwandten sind sehr wichtig. Wir gehen am Heiligen Abend gemeinsam in die Messe, die bis Mitternacht dauert. Es ist eine heilige und besinnliche Zeit, weil Weihnachten die Hoffnung auf die dauerhafte Gegenwart Gottes vermittelt. Wir essen zusammen traditionelles nigerianisches Essen: Fufu (ein Brei aus Maniok und Bananen), Reis, Melonensuppe, Fisch, Hühner- und Ziegenfleisch. Jeder kocht im Überfluss, damit immer auch Essen für Gäste da ist. Direkt im Anschluss an Weihnachten (oft am 26. oder 27. Dezember) feiern wir ein Erntedankfest, ähnlich wie das amerikanische „Thanksgiving“, weil die ganze Familie beisammen ist. Weihnachten ist eine Zeit des Dankes und auch des Friedens; deshalb versuchen wir an diesen Tagen auch Konflikte innerhalb der Familie zu lösen. Es gibt auch Geschenke, meistens ist das entweder Geld oder – besonders für die Kinder – neue Kleidung. Um Weihnachten herum gibt es viel Neues: viele kaufen neue Autos, Häuser werden renoviert,… Weihnachten ist auch ein günstiger Termin zum Heiraten, weil die ganze Familie da ist. Christbäume (aus Plastik) gibt es vor allem in den Kirchen, zu Hause hängen wir Lichterketten auf. Obwohl wir auch das Lied „Stille Nacht“ singen, ist Weihnachten bei uns laut, denn es gibt laute Musik und Fußballturniere in den Dörfern. Weihnachten ist ein gemeinschaftliches Fest und bringt viel Freude!